Manu Hermia

Der 2011 in Belgien zum Besten Jazzkünstler gekürte Saxophonist und Flötist Manuel Hermia bestätigt, dass der europäische Musiker auf dem Höhepunkt seiner Kunst steht.

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Drei Jahre nach dem ersten Album, vielen Konzerten und einer Octave de la Musique (entspricht den Victoires in Belgien) gehen die libertären Abenteuer des Künstlers mit seinem neuen Werk weiter: „Austerity…and what about rage?“
Mit der von Natur aus schlichten Form des Trios und so herausragenden und flexiblen Künstlern wie Manolo Cabras und Joao Lobo bringt Hermia ein rohes, ungeschminktes Feeling herüber: gedämpfte Klänge und Vibratos dicht am Alto und am Tenor, ein Timbre, das eher einem Sopran gleicht, sehr in der Art von Coltrane. Eine häufige Rückkehr zur Flöte, mit der Hermia auf ganz selbstverständliche Weise seine Liebe zur indischen Musik einbringt, weit entfernt von jeglicher Imitation oder Karikatur.
Der Titel des Albums „Austerity... and what about rage?” wurde nicht zufällig gewählt. Manuel sagt es so: „Der Free-Jazz entstand in den USA in einem besonderen historischen sozialen und kulturellen Kontext, doch in seiner Essenz ist er eine musikalische Form, die in jeder Gesellschaft und jeder Epoche ihren Sinn hat, weil sie die Transformation der Welt um uns herum ausdrückt und dabei das Angenehme, das Beunruhigende, das Chaos oder auch die Wut ausdrückt, welche die Veränderungen in uns wecken.“